Superbusen, Paula Irmschler

Superbusen, Paula Irmschler, claassen, Ullstein Verlag
erschienen bei claassen (Ullstein)

Easy zu lesen, anklagend, aber dann doch nicht bereit, zu fordern oder überfordert? Paula Irmschler hat ihre Biographie im Roman Superbusen aufgearbeitet, geschönt, verschlimmert und damit ein Werk der Popliteratur geschaffen, so sagt sie selber über ihr Buch.

 

Ich habe eine Geschichte einer Frau gelesen, die ihren Platz sucht, die ihre Identität vor lauter Ironie und Sarkasmus kaum findet, denn wenn alles Ironie ist, was ist man dann selbst, was sind die eigenen Wünsche und Träume. Und was, wenn ein ironisches Projekt plötzlich echte Freude bereitet?

 

“Gisela“ - den Namen hat die Protagonistin irgendwann einmal erhalten - scheitert in so ziemlich allem: Im Studium, das sie vor so langer Zeit begonnen hat, dass sie sämtlich Schlupflöcher nutzen muss, in der Beziehung zum ungeliebten Paul, im Familienleben mit den Geschwistern und der Mutter, die undefinierten Ansprüchen nicht entsprechen mag, und in Freundschaften, die da sind, aber nicht ehrlich erlebt werden können.

 

Der Freundeskreis ist zwar da füreinander, der gemeinsame Kampf gegen Rechts setzt fixe Termine in den gemeinsamen Kalender, doch ist innerhalb des Kreises jede mit den eigenen Dämonen beschäftigt. Wie ein roter Faden begleitet der Sexismus die Gruppe.

 

Bis „Gisela“ ihre Schwächen und die Eigenarten, die durch die Freundinnen zu Schwächen gemacht werden, offenlegt und damit überraschenden Zusammenhalt generiert. Und mittendrin wird eine Band gegründet, werden Songs geschrieben und Auftritte geplant.

 

Es ist, wie es ist, scheint der Roman zu sagen, wenn doch viel mehr eine Kampfansage erwartet wird, ob der himmelschreienden Ungerechtigkeiten. Paula Irmschler gelingt ein packender, komischer, berührender und ohnmächtig machender und vor allem ein sehr unterhaltsamer Roman.


Superbusen, Paula Irmschler

320 Seiten

erschienen im Februar 2020 beim claassen Verlag

ISBN: 978-3-5461-0001-4

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